Synodalbericht zur 47. Synode der ELKIN (DELK)

02. 05. Oktober 2025 in Omaruru


Vision ELKIN (DELK) 2030 Zwischen weltlicher Planung und biblisch-theologischer Hoffnung

Mit einer Predigt über das bekannte Erntedanklied Wir pflügen und wir streuen eröffnete Dr. Vera Christina Pabst, Landeskirchliche  Beauftragte für den Lektoren- und Prädikantendienst der Hannoverschen Landeskirche die 47. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche  in Namibia (ELKIN DELK). Dieses geistliche Lied setzte einen treffenden Ton für die bevorstehenden Tage: Dankbarkeit für das Gewachsene  und Vertrauen auf Gottes Wirken für die Zukunft. Das Thema Vision 2030 zog sich durch alle Vorträge und Arbeitsgruppen, die  besprochenen Anregungen sollen an die Gemeinden zur Verwirklichung weitergegeben werden.
 
Anwesend waren Gäste aus den  Partnerkirchen: Bischof Gilbert Filter (ELKSA-Kapkirche), stellvertretende Bischöfin Petra Röhrs (NELCSA), sowie Pastor Andreas und  Diakonin Stephanie vom Ende (Stadtmission Windhoek), weiterhin Dr. Thorsten Wettich, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für  Religionswissenschaften der Universität Bremen und Gemeindeglieder aus verschiedenen Gemeinden der ELKIN (DELK).Ihre Beiträge  bereicherten den Austausch maßgeblich.
 
Die Berichte aus den Gemeinden zeugten von einem regen Gemeindeleben, engagierter Mitarbeit und einem festen Glauben trotz mancher Herausforderungen. Synodale aus allen Gemeinden waren anwesend, was ein starkes  Zeichen der Verbundenheit und Verantwortung gegenüber der Gesamtkirche darstellt.
 
Wenngleich einige Gemeinden mit Blick auf das Jahr  2030 berechtigte Sorgen hinsichtlich ihrer Handlungsfähigkeit äußerten, gab es gleichzeitig zahlreiche Beispiele kleiner Gemeinden, die mit großem Einsatz und Kreativität ihr Gemeindeleben aktiv gestalten. Diese Berichte erinnerten eindrucksvoll daran, dass Kirche nicht an  Zahlen, sondern an geistlicher Lebendigkeit gemessen wird.
 
Ein besonders ermutigendes Beispiel war die Gemeinde in Okahandja: Nachdem  zunächst keine Leitung gefunden werden konnte und eine Schließung drohte, erklärten sich nun doch Gemeindemitglieder zum  Dienst im Gemeindekirchenrat bereit. Ein sichtbares Zeichen der Hoffnung für den Fortbestand der Gemeinde.
 

Pfarrstellen und  Personalsituation Herausforderungen und Ausblick

Nach einer Phase personeller Vakanz in Windhoek zeichnet sich eine erfreuliche  Entwicklung ab. Eine der dortigen Pfarrstellen soll im Mai 2026 wiederbesetzt werden, für eine weitere läuft das Bewerbungsverfahren noch.  
 
Die zweite Pfarrstelle für die Gemeinden an der Küste bleibt formal bestehen, wird jedoch bis auf Weiteres aufgrund fehlender  Finanzierung nicht besetzt. Diese Entwicklungen verdeutlichen die wachsenden strukturellen und finanziellen Herausforderungen, vor denen  die Kirche steht.
 
Zudem wurde erneut deutlich, dass es zunehmend schwieriger wird, Pfarrstellen über die Evangelische Kirche in  Deutschland (EKD) mit Pastorinnen und Pastoren zu besetzen. Der dortige Mangel an theologischen Fachkräften erlaubt keine langfristigen  Zusagen. Dieses motiviert darüber nachzudenken, wie in Zukunft die Gemeinden geistlich begleitet, geführt und der Nachwuchs gefördert werden kann.
 

Engagement junger Menschen und Stärkung des Ehrenamts

Erfreulicherweise nahmen zwei Theologiestudierende und zwei Vikarinnen der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen im Südlichen  Afrika (VELKSA) an der Synode teil und berichteten offen über ihren Weg ins Studium sowie die damit verbundenen Anforderungen. Auch wenn diese Zahl nicht ausreicht, um den zukünftigen Bedarf an theologischen Fachkräften zu decken, machen diese jungen Menschen Mut.  Sie stehen für eine neue Generation, die sich in den Dienst der Kirche stellen möchte.

Dennoch bleibt die Aufgabe, Ehrenamtliche  vorzubereiten, auszubilden und zu unterstützen. Die Kirche ist hier herausgefordert, neue Strukturen und Modelle zu entwickeln.

Auf der  Synode wurde ein neuer Synodalvorstand und eine neue Kirchenleitung gewählt. Ein bedeutender Schritt war dabei die  Entscheidung,     Kinder- und Jugenddiakoninnen und -diakone kirchenleitend den Pastorinnen und Pastoren gleichzustellen. Dies ist ein  Ausdruck der Wertschätzung für deren wichtige Arbeit und ein Zeichen für eine breiter aufgestellte kirchliche Leitungsstruktur.

Die  neugewählte Kirchenleitung setzt sich folgendermaßen zusammen: Im Hauptamt wurden gewählt: Pastorin Anneliese Hofmann und Kinder-   und Jugenddiakon Lars Pickhardt. Im Ehrenamt: Bernd Esslinger, Erwin Scriba, Antje Talkenberg, Vanessa Caspers. Qua Amtes:   Rolf-Joachim Otto (Synodalvorsitzender) und Bischof Frank Schütte.


Ökumenische Zusammenarbeit Miteinander in Christus

Die Synode betonte erneut die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer vertieften Zusammenarbeit mit anderen Kirchen, Missionswerken und  christlichen Gemeinschaften. Auch wenn theologische oder organisatorische Unterschiede bestehen, bleibt die Einheit in Christus ein  zentrales Fundament. Ökumenische Kooperation wird in Zukunft eine entscheidende Rolle für das Wachstum und die Stabilität der Kirche  spielen.

Fazit: Auf dem Weg zur Vision 2030

Die 47. Synode der ELKIN (DELK) hat deutlich gemacht, dass die Kirche sich in einem Prozess  des Wandels befindet geprägt von äußeren Herausforderungen, aber auch innerer Erneuerung. DieVision 2030“ steht dabei sinnbildlich für das Spannungsfeld zwischen realistischer Planung undgeistlicher Hoffnung.
Nach einem feierlichen Abschlussgottesdienst am Sonntag, den 5. Oktober in der Kreuzkirche in Omaruru, brachen die Synodalen auf zurück in ihre Gemeinden. Für diese gilt es, neue Wege zugehen, gewohnte Strukturen zu überdenken und zugleich auf das zu vertrauen, was Bestand hat: denGlauben an Jesus Christus, der seine Kirche trägt gestern, heute und in Zukunft .

Lasset uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen hin zu dem, der das Haupt ist: Christus. Epheser 4, 1