Liebe Gemeindemitglieder
Gerne möchte ich euch ein bisschen über die Laienprediger erzählen, natürlich in der Hoffnung, den einen oder anderen von euch eventuell doch anzuregen, mal drüber nachzudenken.
Ihr sagt vielleicht – Laienprediger, warum? Ich sage mir: Laienprediger - warum nicht?
Ihr sagt vielleicht – Laienprediger: das kann ich mir für mich so gar nicht vorstellen. Das kann ich nicht ! Ich sage Laienprediger – wenn ich’s nicht mal ausprobiert habe, kann ich nicht wissen, ob es was für mich ist oder nicht!
Ihr sagt vielleicht – Laienprediger – warum überhaupt? Wir haben doch Pastoren, die das sehr gut machen. Ich sage mir: Laienprediger können eventuell Lösungen in unsere derzeitige Situation bringen, die wir echt nötig brauchen! Unsere Kirchenleitung sowie unsere Pastoren arbeiten wirklich schon seit längerem an ihren Grenzen und verbiegen sich oft mehrfach, um den Gemeinden und ihren Mitgliedern gerecht zu werden.
Daher meine persönliche Ansicht bezüglich Laienprediger und warum diese immer wichtiger werden.
Darum ist es wichtig, dass ein jeder von euch mal in sich hineinhorcht und sich fragt, wäre Laienprediger eventuell etwas, das ich mir vorstellen kann zu sein? Laienprediger erledigen sehr viele der Aufgaben, die Pastoren auch haben, sie halten Gebetsstunden, Bibelkreise, Andachten, ganze Gottesdienste ab, gestalten Trauerfeiern, halten Vorträge mit christlichem Einfluss usw. Im Grunde genommen vieles, was die Pastoren auch tun und somit unterstützen sie die Pastoren in ihrer Arbeit und können einige der Lasten abnehmen, die gerade immens auf unseren Pastoren liegen.
Seien wir mal ehrlich – wir alle sind doch Kinder Gottes und uns liegt die Gemeinde, die Kirche und vor allem unser Glaube sehr am Herzen. Sonst wärst du heute wohl eher nicht zur Jahreshauptversammlung der Gemeinde Gobabis gekommen. Genau so soll es sein – dein Glaube, deine Hoffnung auf den Herrn sollst du tief im Herzen tragen und dieses Gefühl, diese Dazugehörigkeit, die kann man als Laienprediger auch gut weitergeben. Wir sind Menschen, die mit den anderen in unserer Gemeinde leben. Wir hören und erleben selbst, was gerade an der Tagesordnung ist und wo wer gerade sein großes Päckchen nicht so ganz gut tragen kann (die kleinen haben wir alle jeden Tag anzupacken). Eine Frage an jeden von euch: was wünschst du dir von deinem Pastor? Ich möchte, dass ich bei einem Bibeltag oder einer Andacht angesprochen werde. Ich möchte das Gefühl bekommen “dass das, was gesagt wird, mich anspricht oder dass das, was gesagt wird, auch zu meinem Tagesgeschehen gehört” und am liebsten ist es mir, wenn ich dann noch ein paar Anregungen oder gute Gedanken mit nach Hause nehmen kann. Und da wir ja doch irgendwie miteinander leben und miteinander sprechen und ähnliche Sorgen und Nöte haben, können wir uns auch in die Situationen hineinversetzen. Und wann kann man etwas gut an andere weitergeben oder weiterleiten? – oft wenn es deine Herzensangelegenheit ist. So steht es auch in der Bibel in Römer 10,10: „Der Glaube an Gott kommt von Herzen. Wir glauben nicht aus dem Verstand, sondern aus dem Herzen ...” Und daher mein Appell an jeden von euch: stellt euch mal die Frage: ist es im Herzen für mich ein Anliegen, meinen Glauben weiter zu geben? Und solltest du jetzt in dir drinnen und bevor dein Verstand einsetzt, ein “Ja” dazu sagen können, dann bitte ich dich, geh zu einem Pastor oder einem Laienprediger und stelle die Fragen, die dann spontan aufkommen. Zum Beispiel: Kann ich das überhaupt? Wie fange ich an? Was muss ich tun? Und so weiter.
Eine ganz kurze aber ganz sicher nicht vollständige Antwort zu all den Fragen, die einem kommen, ist folgende: ein Laienprediger ist eine Person, die von einem ausgebildeten Pastor an die Aufgaben herangeführt wird und später ausgebildet ist, Gottesdienste mitzugestalten oder sogar ganz zu übernehmen. Ein Laienprediger wird nicht ordiniert werden können und hat meist auch keinen offiziellen theologischen Abschluss, darf aber viele Aufgaben übernehmen, die auch Pastoren tätigen. In Namibia läuft es zur Zeit so, dass wir uns zwei mal im Jahr – im März und im Oktober – über ein Wochenende treffen und darin üben, Laienprediger zu werden. Freitags wird eine kurze Einleitung gegeben, was am Wochenende beigebracht werden soll, samstags hat man ein großes Programm zu den verschiedenen Themen, und der Gottesdienst für Sonntag wird vorbereitet, wo die Laienprediger voll eingesetzt werden und sonntags gestaltet man dann den Gottesdienst mit allen anderen und in fröhlicher Runde mit. Es ist ein Erlebnis, eine gewisse Herausforderung, ja, aber es lohnt sich und macht mit einem unterstützenden Team und guter Führung der Pastoren auch richtig Spaß. Jeder darf sein, wie er oder sie ist, und die Gaben einbringen, die jeder in seinem Inneren trägt; und die Gemeinde bedankt sich meist nach dem Gottesdienst doppelt und dreifach und freut sich sehr über den “mal anders abgehaltenen Gottesdienst“. Ja, es kostet Überwindung und ja, es ist mit viel Herzklopfen und Zittern verbunden, aber das Schönste daran ist: wir ehren Gott, unseren Helfer/Retter/ Vater sehr, indem wir es ausprobieren. Und er sieht das und freut sich darüber. Wie hieß es schon letztes Jahr in unserer Jahreslosung: “Du bist ein Gott, der mich sieht”. (1. Mose 16,13)
[Vortrag von Sabine bei der Gemeindeversammlung der DELG Gobabis am 9. April 2025]
