Die Verfassung der Elkin (DELK)

 

EVANGELISCH‑LUTHERISCHE KIRCHE IN NAMIBIA (DELK)

 

 

VERFASSUNG

DER

EVANGELISCH‑LUTHERISCHEN KIRCHE IN NAMIBIA (DELK)

(ELKIN (DELK))

 

vom 4. Oktober 1970

(mit Änderungen biszur Synode 2007)

 

 

Grundartikel

 

Die Grundlage der ELKIN (DELK) ist das Evangelium von Jesus Christus, wie es in der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments als alleinige Richtschnur für Lehre und Leben gegeben ist.  Damit bekennt sich die ELKIN (DELK) zu dem Einen Herrn der einen heiligen, allgemeinen und apostolischen Kirche.

 

 

Gemeinsam mit der Alten Kirche steht die ELKIN (DELK) auf dem Boden der altkirchlichen Bekenntnisse.

 

Als Zeichen der Gemeinschaft mit den Kirchen der lutherischen Reforma­tion stehen in ihr das Augsburgische Bekenntnis von 1530 und der Kleine Katechismus Martin Luthers in Geltung.

 

 

               Erster Abschnitt

 

  GRUNDBESTIMMUNGEN

 

Art. 1  Die ELKIN (DELK) ist der Zusammenschluss der deutschen evangelisch‑lutherischen Gemeinden in Namibia.

 

Art. 2  (1)  Die ELKIN (DELK) steht auf Grund ihres Bekenntnisses, ihrer Geschichte, ihrer Herkunft und Sprache in einem kirch­lichen Zusammenhang mit der evangelischen Christenheit in Deutschland.

 

(2)  Die ELKIN (DELK) ist Gliedkirche der Vereinigten Evange­lisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika (VELKSA) und der Lutheran Communion in Southern Africa (LUCSA). Sie ist Mitglied im Council of Churches in Namibia (CCN). Sie bildet mit den beiden Schwesterkirchen Evangelical Lutheran Church in Namibia (ELCIN) und Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia (ELCRN) eine Vereinte Kirchenleitung (United Church Council – Namibia Evangelical Lutheran Churches (UCC-NELC)).Sie gehört dem Lutherischen Weltbund (LWB) an.

 

Art. 3  (1)  Die ELKIN (DELK) ist um ein brüderliches Verhältnis zu den anderen christlichen Kirchen im Südlichen Afrika bemüht.

 

(2)  Sie gewährt Kirchengemeinschaft den bekenntnisgleichen Kirchen, Synoden und Gemeinden.

 

(3)  Sie fördert die Zusammenarbeit mit den Kirchen der Ökumene.

 

 

Art. 4  Die ELKIN (DELK) hat ihrem Bekenntnis gemäbden Auftrag, in allen ihren Gemeinden das Evangelium von Jesus Christus rein zu verkündigen und die Sakramente schriftgemäbzu verwalten.  Damit ergeben sich für sie insbesondere folgende Aufgaben:

 

(a)  den evangelisch‑lutherischen Gottesdienst zu erhalten und kirchliche Sitte und Ordnung gemäbden in ihr geltenden Ordnungen zu pflegen,

 

(b)  die Gemeinschaft aller Gemeinden in einer Kirche und evangelisch-kirchliches Leben zu wecken und zu stärken,

 

(c)  die christliche Erziehung in Kirche und Schule zu pflegen, sowie die evangelisch-lutherische Unterweisung und den Religionsunterricht in deutscher Sprache zu erhalten und zu fördern,

 

(d)  die Jugend, Männer und Frauen zu Pflege und Förderung christlichen Glaubens und Lebens zu sammeln,

 

(e)  Seelsorge und diakonischen Dienst, insbesondere an Armen, Kranken, Alten, gefährdeter Jugend, Pflegebedürftigen und Gefangenen auszuüben,

 

(f)  die Arbeit der evangelisch-lutherischen Mission in Namibia und die Zusammenarbeit mit den aus dieser Arbeit hervorgegangenen Kirchen zu fördern,

 

(g)  die Verantwortung der Kirche und der Gemeinden gegenüber dem Staat und der Öffentlichkeit wahrzunehmen,

 

(h)  alle sonstigen kirchlichen Angelegenheiten des Landes zu fördern und weitere Aufgaben von gesamtkirchlicher Bedeu­tung zu planen und durchzuführen.

 

 

             Zweiter Abschnitt

 

  MITGLIEDSCHAFT

 

Art. 5  Der ELKIN (DELK) kann jede lutherische Gemeinde in Namibia oder in benachbarten Gebieten als Mitglied beitreten, soweit sie nicht einer anderen Kirche angehört.

 

 

I.  Erwerb der Mitgliedschaft

 

Art. 6  (1)  Die Aufnahme in die ELKIN (DELK) erfolgt auf schriftlichen Antrag.

 

(2)  Der Antrag muss enthalten:

 

(a)Das Gesuch um Aufnahme in die ELKIN (DELK),

 

(b)die Erklärung, dass die Antragstellerin die Verfassung der ELKIN (DELK) anerkennt,

 

(c)die Erklärung, dass die Antragstellerin alle Gesetze, Verordnungen und Beschlüsse der ELKIN (DELK) als für sich bindend anerkennt und befolgen wird.

 

(3)  Der Antrag ist unter Beifügung der Gemeindesatzung an die Kirchenleitung zu richten.

 

(4)  Über die Aufnahme einer Gemeinde in die ELKIN (DELK) entscheidet die Synode durch Beschluss.

 

 

II.  Verlust der Mitgliedschaft

 

Art. 7  (1)  Eine Gemeinde verliert ihre Mitgliedschaft durch Ver­zicht, Ausschluss oder ihre Auflösung.

 

(2)  Der Verzicht ist nur zum Ende eines Kalenderjahres zuläs­sig.  Will eine Gemeinde auf ihre Mitgliedschaft in der ELKIN (DELK) verzichten, so hat sie dies unter Einhaltung einer Frist von 6 Monaten der Kirchen­leitung schriftlich mit Begrün­dung anzuzeigen.

 

(3)  Der Ausschluss einer Gemeinde erfolgt durch Beschluss der Synode mit zwei Drittel Mehrheit der in beschlussfähiger Anzahl anwesenden Synodalen.  Der Beschluss ist der Gemeinde schrift­lich mitzuteilen; er ist zu begründen.  Der betroffenen Gemein­de muss vor der Beschlussfassung über ihren Ausschluss Gelegen­heit zur Stellungnahme gegeben werden.  Der Ausschluss wird wirksam mit dem Inkraftreten des Beschlusses der Synode.  Der Wiedereintritt einer ausgeschlossenen Gemeinde ist zulässig und erfolgt nach den Bestimmungen des Artikels 6.

 

(4)  Löst sich eine Gemeinde auf, so erlischt ihre Mitglied­schaft mit dem Tage des Inkraftretens des Auflösungsbe­schlusses.

 

(5)  Die ausscheidende Gemeinde hat ihre Verpflichtungen gegen die ELKIN (DELK) bis zum Tage der Beendigung ihrer Mitglied­schaft zu erfüllen.  Mit diesem Tage erlöschen alle sich aus der Mitgliedschaft ergebenen Rechte und Pflichten.  Sonstige Rechtsverpflichtungen bleiben unberührt.

 

 

             Dritter Abschnitt

 

                  DIE GEMEINDE

 

Art. 8  (1)  Die Gemeinde trägt die Verantwortung dafür, dass die Botschaft des Evangeliums verkündigt wird im Gottesdienst und in der Seelsorge, in der Erziehung der Jugend, im Dienste der Nächstenliebe und im missionarischen Dienst.

 

(2)  Sie ist dafür verantwortlich, dass zur Erfüllung dieses Auftrages gemäbder Ordnung der Kirche die erforderlichen Organe und Ämter, vor allem das Pfarramt, eingerichtet und besetzt werden und hat für die Verrichtung aller sonst notwendigen Dienste zu sorgen.  Dabei soll in sprachlich gemischten Gemeinden auf die Muttersprache der Gemeinde­mitglieder gebührend Rücksicht genommen werden.  Sie hat für die Anstellung von Pastoren, ihre angemessene Unterbringung und Besoldung Sorge zu tragen.

 

(3)  Sie hat die notwendigen gottesdienstlichen Stätten und sonstigen Einrichtungen bereitzustellen.

 

(4)  Die Gemeinde hat die ihr anvertrauten Mittel gewissenhaft und allein für die Erfüllung ihres Auftrages zu verwenden.  Eingedenk ihrer Gliedschaft am Ganzen der Kirche trägt sie nach Kräften auch zur Erfüllung der gesamtkirchlichen Aufgaben und zur Abhilfe der Nöte in anderen Gemeinden bei.

 

Art. 9  (1)  In der Bindung an Schrift und Bekenntnis und in den Grenzen der Verfassung der ELKIN (DELK) und des sonstigen kirch­lichen Rechts verwaltet die Gemeinde ihre Angelegenheiten selbst und erfüllt ihren Auftrag in eigener Verantwortung.

 

(2)  Die Gemeinden nehmen am Leben der Kirche und durch ihre Vertretung in der Synode auch an der Leitung der Kirche teil und fügen sich in deren Ordnung ein.  Sie wissen sich zur gemeinsamen Mitarbeit an der Kirche und zur gegenseitigen Hilfe verpflichtet.

 

Art. 10  (1)  Über eine Neubildung, Veränderung, Aufhebung und Vereinigung von Gemeinden beschliebt nach Anhörung der Beteiligten, wenn diese damit einverstanden sind, die Kirchenleitung.

 

(2)  Kann ein Übereinkommen gemäbAbs. 1 nicht erzielt werden, so beschliebt die Synode.

 

Art. 11  (1)  Die Jahresabrechnungen der Gemeinde sind der Kirchen­leitung vorzulegen.  Sie können von der Kirchenleitung über­prüft werden.

 

(2)  Die Gemeinde kann unbewegliches Eigentum nur nach vorhe­riger Einholung der schriftlichen Einwilligung der Kirchenlei­tung belasten, veräussern oder anderweitig darüber verfügen.

 

(3)  Wird eine Gemeinde aufgelöst, so hat, falls in der Gemeindesatzung keine entsprechende Verfügung getroffen ist, die Kirchenleitung einen Treuhänder zur Liquidation des Gemeindevermögens einzusetzen.

 

Art. 12  (1)  Die Gemeinden können sich zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben zu Gemeindeverbänden zusammenschlieben, wenn die Gemeindekirchenräte der beteiligten Gemeinden dem Zusammen­schluss und der Satzung des Verbandes zustimmen.  Die Satzung muss Bestimmungen über die Aufgaben des Verbandes und die Zusammensetzung und die Bildung seiner Organe sowie über das Ausscheiden aus dem Verband enthalten.

 

(2)  Die Bildung eines Gemeindeverbandes und seiner Satzung bedürfen der Genehmigung durch die Kirchenleitung.

 

 

             Vierter Abschnitt

 

                 DAS PFARRAMT

 

Art. 13  (1)  Die Pfarrämter sollen von hauptamtlich angestellten Pfarrern verwaltet werden.  Sie werden von den Gemeinden nach den Bestimmungen der Pfarrstellenbesetzungsordnung gewählt und von der Kirchenleitung berufen.

 

(2)  Ein Pfarramt kann auch nebenamtlich von einem Pfarrer verwaltet werden.

 

(3)  Die Errichtung und Aufhebung von Pfarrstellen erfolgt nach Anhörung der Gemeinde durch die Kirchenleitung.

 

Art. 14  Rechte und Pflichten im Verhältnis zwischen Pfarrer und Gemein­de sind in einer besonderen Vereinbarung schriftlich festzule­gen, die der Genehmigung durch die Kirchenleitung bedarf.

 

Art. 15  (1)  Dem Pfarrer als Träger des geistlichen Amtes obliegt der berufsmäbige Dienst an Wort und Sakrament und damit die geist­liche Führung der Gemeinde.  Er soll das Wort Gottes gemäbder Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments und nach dem Bekenntnis, wie es im Grundartikel dieser Verfassung seinen Ausdruck findet, verkündigen, die Sakramente nach der Ordnung der Kirche verwalten und der Gemeinde in einem christlichen Lebenswandel vorangehen.

 

(2)  Seine Dienstpflichten bestehen insbesondere in der Lei­tung des öffentlichen Gottesdienstes nach der Ordnung der Kirche, in den Amtshandlungen, der Seelsorge und der christ­lichen Unterweisung der Jugend.

 

(3)  Er ist in seiner geistlichen Amtsführung in der Bindung an sein Ordinationsgelübde im Rahmen der kirchlichen Ordnung selbständig.

 

 

            Fünfter Abschnitt

 

DIE ORGANE DER ELKIN (DELK)

 

Art. 16  Die Organe der ELKIN (DELK) sind:

 

(a)Die Synode,

(b)der Pfarrkonvent,

(c)der Bischof,

(d)die Kirchenleitung.

 

 

  I.  Die Synode

 

Art. 17  Die Synode verkörpert die Einheit der ELKIN (DELK).  Zusammen mit dem Bischof und der Kirchenleitung trägt sie die oberste Verantwortung für Leben und Dienst der ELKIN (DELK).

 

 

                     1.  Zusammensetzung der Synode

 

Art. 18  (1)  Mitglieder der Synode sind:

 

(a)Der Bischof und die übrigen Mitglieder der Kirchenleitung von Amts wegen;

 

(b)die Pastoren, die in den in der ELKIN (DELK) zusammen­geschlossenen Gemeinden ein Pfarramt innehaben, oder Pastoren beziehungsweise Mitarbeiter, die im Auftrag der Kirchenleitung ein Pfarramt verwalten;

 

(c)die von den Gemeinden gewählten Synodalen;

 

(d)bis zu 6 von der Kirchenleitung berufene Synodale.  Bei den Berufungen ist darauf zu achten, dass für den Dienst der Kirche in der Welt wichtige Arbeitszweige vertreten sind.

 

(2)  Für jedes Mitglied nach Abs. 1 (Buchstabe (c)) ist ein Stellvertreter zu wählen.

 

(3)  Die offiziellen Vertreter eingeladener Kirchen oder kirchlicher Organisationen nehmen an den Verhandlungen der Synode mit beratender Stimme teil.

 

(4)  Die Kirchenleitung kann Gäste zur Teilnahme an den Tagun­gen der Synode einladen.  Sie nehmen an den Verhandlungen der Synode ohne Stimmrecht teil.

 

Art. 19  (1)  Die von den Gemeinden zu entsendenden Synodalen werden in einer Gemeindeversammlung gewählt.  Die Gemeindeversammlung kann den Gemeindekirchenrat zur Wahl der Synodalen ermäch­tigen.

 

(2)  Alle Gemeinden, die bis zu 75 Mitglieder (zahlende Ein­heiten) haben, wählen einen Synodalen.  Gemeinden, die über 75, aber weniger als 200 Mitglieder haben, wählen einen zwei­ten Synodalen.  Für jede weitere angebrochene Zahl von 200 Mitgliedern wird ein weiterer Synodaler gewählt.

 

(3)  Als Synodaler wählbar ist nur, wer die Befähigung zum Amt eines Gemeindekirchenrates hat.  Scheiden der Gewählte oder sein Stellvertreter aus der Synode aus, so muss unverzüglich neu gewählt werden.  Bis zur Wahl eines neuen Synodalen nimmt der bisherige Stellvertreter das Amt wahr.

 

(4)  Namen und Anschriften der Gewählten sind der Kirchenlei­tung unverzüglich anzuzeigen.

 

 

2.  Amtszeit der Synode (Synodalperiode)

 

Art. 20  Die Synode wird auf vier Jahre gewählt. Vor deren Ablauf müssen die Neuwahlen und die Berufung stattfinden. Die Synodalperiode endigt nach der Eröffnung der ersten Tagung der neu gebildeten Synode.

 

 

3.  Tagungen der Synode

 

Art. 21  (1)  Die Synode tritt in der Regel alle zwei Jahre zusammen.

 

(2)  Die Synode tritt auberdem zusammen, wenn mindestens ein Drittel der Gemeinden dieses schriftlich beantragt oder wenn die Kirchenleitung die Einberufung einer Tagung für erforder­lich hält.

 

(3)  Der Antrag gemäbAbsatz (2) ist an die Kirchenleitung zu richten.  Er muss die von den Antragstellern gewünschte Tages­ordnung enthalten.  Die Kirchenleitung kann die Tagesordnung durch von ihr gewünschte Verhandlungsgegenstände ergänzen.

 

Art. 22  (1)  Synodaltagungen werden von der Kirchenleitung einbe­rufen.  Ist die Kirchenleitung nicht handlungsfähig, tritt der Synodalvorstand als Einberufer an ihre Stelle.

 

(2)  Die Kirchenleitung bestimmt Zeit und Ort der Tagung.  Ihre Bestimmung ist den Gemeinden drei Monate vor dem festge­setzten Termin anzuzeigen.  Sie muss die vorläufige Tages­ordnung enthalten, sowie die Aufforderung, den Antrag auf Aufnahme etwaiger von den Gemeinden gewünschter Verhandlungs­gegenstände in die Tagesordnung zu stellen (Art. 22, Abs. 5).

 

(3)  Zu den Tagungen sind die Synodalen schriftlich einzeln einzuladen.  Die Einladungen sollen einen Monat vor dem Beginn einer jeden Tagung ergehen.  Sie können über die Gemeinden der Synodalen geleitet werden und sollen die Tagesordnung ent­halten.

 

(4)  Synodale, die verhindert sind, an der Tagung der Synode teilzunehmen, sind verpflichtet, davon der Kirchenleitung Mitteilung zu machen, damit diese rechtzeitig die Ladung der Stellvertreter veranlassen kann.

 

(5)  Jede Gemeinde kann beantragen, dass von ihr gewünschte Verhandlungs­gegenstände in die Tagesordnung aufgenommen werden.  Die Anträge sind schriftlich bis zu zwei Monaten vor Beginn einer jeden Synodaltagung bei der Kirchenleitung einzu­reichen.  Über die Anträge entscheidet die Kirchenleitung.  Wird die Aufnahme eines oder mehrerer Verhandlungs­gegenstände in die Tagesordnung abgelehnt, so kann die beschwerte Gemeinde gegen diese Entscheidung die Synode anrufen.

 

(6)  Über die Zulassung und Behandlung verspäteter Anträge und die Durchführung von Wahlen entscheidet die Synode durch Be­schluss.

 

Art. 23  (1)  Die Synode wählt aus ihrer Mitte den Synodalvorstand, der aus dem Vorsitzenden und drei Beisitzern besteht.  Mitglieder der Kirchenleitung sind nicht wählbar.  Der Vorsitzende kann ein Pastor sein.  Einer der Beisitzer wird durch die Synode als Schriftführer bestimmt. Die Mitglieder des Synodalvorstandes treten ihr Amt nach der Synodaltagung an, auf der sie gewählt wurden.

 

(2)  Für jedes Mitglied des Synodalvorstandes ist ein Stell­vertreter zu wählen.

 

 

           (3)           Der Synodalvorstand wird für vier Jahre gewählt. Die Mitglieder des Synodalvorstandes            bleiben im Amt bis zum Amtsantritt ihrer Nachfolger, soweit sie Mitglieder der Synode gemäß            Art 18 (1) bleiben. Falls ein Mitglied des Synodalvorstandes nicht mehr Mitglied der Synode            gemäß Art 18 (1) ist, rückt der gewählte Vertreter für die verbleibende Amtszeit nach, soweit            dieser noch Mitglied der Synode ist. Gegebenenfalls erfolgt zu Beginn der nächsten            Synodaltagung eine Nachwahl von Mitgliedern des Synodalvorstandes bzw. deren            Stellvertretern, ebenfalls für die verbleibende Amtszeit.

 

Art. 24  (1)  Der Vorsitzende des Vorstandes der Synode leitet die Synodaltagung.

 

(2)  Das als Schriftführer bestimmte Mitglied des Synodalvor­standes trägt die Verantwortung für die Protokollführung.  Das Protokoll ist von dem Vorsitzenden und dem Schriftführer zu unterzeichnen.  Es ist, soweit nicht auf der laufenden Synode geschehen, der Kirchenleitung zur Genehmigung vorzulegen.

 

(3)  Die Verhandlungssprachen sind Deutsch, Afrikaans und Englisch.

 

Art. 25  Die Synode ist beschlussfähig, wenn

 

(a)sämtliche Synodale ordnungsgemäbgeladen sind (Art. 22, Abs. 3) und

 

(b)mindestens die Hälfte der gesetzlichen Zahl ihrer Mitglieder anwesend ist.

 

Art. 26  Die Synode fasst ihre Beschlüsse, soweit in dieser Verfassung nicht anders bestimmt ist, mit der einfachen Mehrheit der in beschlussfähiger Anzahl anwesenden Synodalen.  Bei Stimmen­gleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt.

 

Art. 27  (1)  Stimmberechtigt sind alle Synodalen (Art. 18, Abs. 1).

 

(2)  Abstimmungen erfolgen offen oder geheim.

 

(3)  Abstimmungen sind geheim, wenn der Vorstand der Synode, der Bischof oder ein Zehntel der anwesenden Synodalen einen Antrag auf geheime Abstimmung stellen.  Wahlen erfolgen in geheimer Abstimmung.  Sie können in offener Abstimmung vorgenommen werden, wenn nur ein Wahlvorschlag vorliegt und Widerspruch nicht erhoben wird.

 

Art. 28  Die Synode gibt sich eine Geschäftsordnung.

 

Art. 29  Zur Erledigung bestimmter Aufgaben kann die Synode für die Dauer einer Synodalperiode Ausschüsse einsetzen.

 

 

II.  Der Pfarrkonvent

 

Art. 30  (1)  Die Inhaber und Verwalter einer Pfarrstelle in der ELKIN (DELK) bilden den Pfarrkonvent unter dem Vorsitz des Bischofs.

 

(2)  Der Pfarrkonvent wird vom Bischof mindestens einmal im Jahr einberufen.  Er muss einberufen werden, wenn ein Drit­tel der Mitglieder dies beantragen.

 

(3)  Der Pfarrkonvent ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte seiner Mitglieder anwesend sind.  Im übrigen gilt Art. 26 entsprechend.

 

Art. 31  (1)  Der Pfarrkonvent hat das Recht, zu allen Fragen des kirchlichen Lebens Stellung zu nehmen.

 

(2)  Der Pfarrkonvent kann Anregungen und Anträge an die Synode richten.  Art. 22, Abs. 5 und 6 findet entsprechende Anwendung.

 

(3)  Der Pfarrkonvent dient der theologischen Weiterbildung und Vertiefung der brüderlichen Gemeinschaft.

 

(4)  Der Pfarrkonvent gibt sich eine Geschäftsordnung.

 

 

III.  Der Bischof

 

Art. 32  (1)  Der Bischof hat die geistliche Leitung der ELKIN (DELK).  Er ist berufen, darüber zu wachen, dass das Evangelium dem Grundartikel dieser Verfassung gemäblauter und rein verkündigt und die Sakramente recht verwaltet werden.  Er wacht über die Einheit der Kirche.

 

(2)  Mit dem Amt des Bischofs ist ein Pfarramt in Wind­hoek verbunden.

 

Art. 33  Der Bischof vertritt die ELKIN (DELK) im gesamten kirchlichen und öffentlichen Leben.  Er sorgt dafür, dass die Kirche ihren Auftrag in der Öffentlichkeit wahrnimmt.

 

Art. 34  Der Bischof wacht über die Einhaltung der kirchlichen Ordnungen.

 

Art. 35  (1)  Der Bischof hat das Recht, in allen Gemeinden der ELKIN (DELK) Gottesdienste zu halten.  Er kann auberordentliche Gottesdienste festsetzen.  Er ist befugt, Kundgebungen zu erlassen, die in allen Gottesdiensten zu verlesen sind.

 

(2)  Der Bischof besucht die Pastoren und die Gemeinden nach den Bestimmungen der Visitationsordnung.

 

(3)  Er ist der Seelsorger der Pfarrer und übt die allgemeine Dienstaufsicht über sie aus.

 

Art. 36  (1)  Der Bischof wacht über die Heranbildung des theolo­gischen Nachwuchses und die theologische Weiterbildung der Pastoren.

 

(2)  Er leitet die theologischen Prüfungen und ernennt im Einvernehmen mit der Kirchenleitung die Mitglieder der Prüfungskommission.

 

(3)  Der Bischof entscheidet im Einvernehmen mit der Kirchenleitung über die Ordination und nimmt sie vor.  Er führt die Pastoren unter Aushändigung der Berufungsurkunde in ihr Amt ein.

 

Art. 37  (1)  Der Bischof wird von der Synode nach Vorschlag des Bischofwahlausschusses auf sechs Jahre gewählt.

 

(2)  Das Nähere regelt das Bischofwahlgesetz.

 

Art. 38  (1)  Der Bischof wird von seinem Stellvertreter in der Kirchenleitung vertreten (Art. 42).

 

(2)  Im Falle einer nicht nur vorübergehenden Behinderung des Bischofs oder bei Erledigung des Amtes beauftragt die Kirchenleitung ihren stellvertretenden Vorsitzenden mit der Wahrnehmung des leitenden geistlichen Amtes.  Ist auch dieser verhindert, so tritt das weitere geistliche Mitglied der Kirchenleitung an seine Stelle.

 

(3)  Die Neuwahl des Bischofs erfolgt auf der nächsten Tagung der Synode.

 

(4)  Der Bischof wird in einem Gottesdienst in sein Amt eingeführt.

 

 

IV.  Die Kirchenleitung

 

Art. 39  (1)  Die Kirchenleitung leitet die ELKIN (DELK) nach der Kirchen­verfassung, den Kirchengesetzen, Verordnungen und den sonstigen Beschlüssen der Synode.

 

(2)  Sie übt die Aufsicht über die Ausführung solcher Synodal­beschlüsse aus, die nicht von ihr selbst auszuführen sind.  Werden Mängel, die die Kirchenleitung bei der Ausführung der Synodalbeschlüsse festgestellt hat, nicht beseitigt, so trifft sie Mabnahmen zur Beseitigung solcher Mängel.

 

(3)  Sie führt die Geschäfte der ELKIN (DELK).  Sie ist zuständig, soweit nicht die Zuständigkeit eines anderen Organes durch diese Verfassung begründet ist.

 

(4)  Die Kirchenleitung erstattet durch ihren Vorsitzenden jeder Synode einen Bericht über ihre Tätigkeit und das kirch­liche Leben.  Der Bericht der Kirchenleitung soll den Synodalen nicht später als 14 Tage vor Anfang der Synode zugestellt werden.

 

(5)  Die Kirchenleitung erstattet mindestens zweimal im Jahr den Gemeinden einen schriftlichen Bericht über ihre Arbeit.

 

Art. 40  Der Kirchenleitung gehören an:

 

(a)  Der Bischof und der Vorsitzende des Synodal­vorstandes von Amts wegen,

 

(b)  sechs weitere Mitglieder.

 

Art. 41  (1)  Die Mitglieder gemäbArt. 40 (b) werden von der Synode aus den Reihen der Synodalen gewählt.  Zu wählen sind zwei Pastoren und vier Laienmitglieder, wenn der Vorsitzende des Synodalvorstandes ein Laie ist; ist er ein Pastor, so sind ein Pastor und fünf Laienmitglieder zu wählen.  Eines der Laienmitglieder  wird von der Synode als Schatzmeister bestimmt.

 

(2)  Die gewählten Mitglieder der Kirchenleitung führen ihr Amt für vier Jahre.  Sie treten ihr Amt nach der Synodaltagung an, auf der sie gewählt oder in ihrem Amt bestätigt wurden.  Sie bleiben im Amt bis zum Amtsantritt ihrer Nachfolger und werden in einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt.

 

(3)  Scheidet ein gewähltes Mitglied der Kirchenleitung aus der ELKIN (DELK) aus oder ist es nicht nur vorübergehend in der Ausübung seines Amtes behindert, so hat die Kirchenleitung das Recht, sich selbst zu ergänzen.  Die Ergänzung ist wirksam bis zur Bestätigung durch die nächste Synode.  Wird die Bestäti­gung versagt, so hat die Synode die Zuwahl in die Kirchen­leitung vorzunehmen.

 

(4)  Die Kirchenleitung darf sich nur mit weniger als der Hälfte ihrer von der Synode gewählten Mitglieder ergänzen, andernfalls sind Neuwahlen vorzunehmen.

 

Art. 42  Der Bischof führt den Vorsitz in der Kirchenleitung.  Ständiger Vertreter des Bischofs als Vorsitzender der Kirchenleitung ist ein geistliches Mitglied, das von der Kirchenleitung in ihrer ersten Sitzung nach der Neuwahl bestimmt wird.  Ist der Stellvertreter verhindert, sein Amt auszuüben, so tritt das weitere geistliche Mitglied der Kirchenleitung an seine Stelle.

 

Art. 43  Die Kirchenleitung ist berechtigt, Fachleute zu ihren Sitz­ungen hinzuzuziehen.

 

Art. 44  Die Kirchenleitung tritt nach Bedarf, mindestens jedoch zwei­mal jährlich auf Einladung ihres Vorsitzenden zu Sitzungen zusammen.  Sie muss einberufen werden, wenn mindestens drei Mitglieder es verlangen.

 

Art. 45  (1)  Die Kirchenleitung ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder anwesend sind.

 

(2)  Die Kirchenleitung fasst ihre Beschlüsse in entsprechender Anwendung des Artikels 26.

 

(3)  Auberhalb der Sitzungen der Kirchenleitung können Abstim­mungen schriftlich erfolgen, wenn nicht mindestens drei Mit­glieder einer schriftlichen Abstimmung widersprechen.

 

Art. 46  Über die Sitzungen der Kirchenleitung ist eine Niederschrift anzu­fertigen, die von dem Vorsitzenden und einem weiteren Mitglied zu unterzeichnen ist.  Die Niederschrift ist der Kirchenleitung spätestens bei ihrer nächsten ordentlichen Sitzung zur Genehmigung vorzulegen.

 

Art. 47  Die Kirchenleitung gibt sich eine Geschäftsordnung.

 

Art. 48  Die Kirchenleitung verwaltet das bewegliche und unbewegliche Vermögen der ELKIN (DELK).  Alle von ihr vorgenommenen Rechts­handlungen sind für die ELKIN (DELK) bindend.

 

Art. 49  Die Kirchenleitung kann zur Durchführung ihrer Aufgaben ein Sekretariat einrichten und die erforderlichen Arbeitskräfte einstellen und entlassen.

 

 

           Sechster Abschnitt

 

  KIRCHENGESETZE UND VERORDNUNGEN

 

Art. 50  Das Recht der Gesetzgebung hat die Synode der ELKIN (DELK).

 

Art. 51  Der Regelung durch Kirchengesetz sind vorbehalten:

 

1.Die Einführung, Aufhebung oder Abänderung von Agenden, Katechismen und Gesangbüchern;

 

2.Die Einführung, Aufhebung oder Abänderung von Ordnungen des Kirchlichen Lebens (Lebensordnung);

 

3.Die Wahlordnungen und die Pfarrstellenbesetzungsordnung;

 

4.Die Rechtsstellung und Besoldung der Pfarrer und anderer hauptamtlicher Mitarbeiter der Kirche;

 

5.Die an die Kirche zu entrichtenden Umlagen der Gemeinden;

 

6.Alle Gegenstände, die nach sonstigen Bestimmungen dieser Verfassung eines Gesetzes bedürfen.

 

Art. 52  (1)  Gesetzesvorlagen werden bei der Synode von der Kirchen­leitung oder von den Gemeinden eingebracht.

 

(2)  Vorlagen der Kirchenleitung sind den Gemeinden spätestens mit der Bestimmung von Zeit und Ort der Synodaltagungen zuzu­leiten (Art. 22, Abs. (2)).

 

(3)  Gesetzesvorlagen, die eine Gemeinde einbringt, müssen der Kirchenleitung vom Gemeinde­kirchen­rat spätestens zwei Monate vor Beginn einer Synodaltagung zur Aufnahme in die Tagesordnung der Synode zugeleitet werden.

 

(4)  Gesetzesvorlagen ist eine schriftliche Begründung beizu­fügen.

 

Art. 53  Beschlussfassungen über Kirchengesetze bedürfen einer zweimaligen Beratung.  Die zweite Beratung kann frühestens am Tage nach Abschluss der ersten Beratung stattfinden.

 

Art. 54  (1)  Verfassungsändernde Gesetze bedürfen der Zustimmung einer Zweidrittelmehrheit der gesetzlichen Mitgliederzahl der Synode.

 

                      (2)  Kirchengesetze bedürfen der Zustimmung einer Zweidrittelmehrheit der anwesenden Synodalen. Art. 54(1) bleibt unberührt.

 

Art. 55  (1)  Die Kirchenleitung kann durch Kirchengesetz ermächtigt werden, Verordnungen mit Gesetzeskraft (Rechtsverordnungen) zu erlassen.  Dabei müssen Inhalt, Zweck und Ausmabder erteilten Ermächtigung im Gesetz bestimmt werden.  Die Rechtsgrundlage ist in der Verordnung anzugeben.

 

(2)  Die Kirchenleitung kann Gegenstände, die eines Kirchen­gesetzes bedürfen, durch Rechtsverordnung regeln, wenn die Synode nicht versammelt ist, ihre Einberufung nicht möglich ist und die Erledigung der Angelegen­heit keinen Aufschub dul­det.  Eine solche Verordnung ist der Synode bei ihrer nächsten Tagung zur Genehmigung vorzulegen.  Die Synode kann sie durch Gesetz bestätigen, aufheben oder abändern.

 

(3)  Art. 54 bleibt unberührt.

 

Art. 56  (1)  Die nach den Bestimmungen dieser Verfassung zustande gekommenen Gesetze und Verordnungen werden von der Kirchen­leitung durch schriftliche Mitteilung an alle Mitglieder der ELKIN (DELK) verkündet.

 

(2)  Gesetze und Verordnungen sollen den Tag des Inkraftretens bestimmen.  Fehlt eine solche Bestimmung, so treten sie am 14. Tage nach Ablauf des Tages in Kraft, an dem die Mitteilung gemäbAbs. 1 abgesandt worden ist.

 

 

             Siebter Abschnitt

 

  DIE RECHTSFÄHIGKEIT DER ELKIN (DELK)

 

Art. 57  (1)  Die ELKIN (DELK) ist eine juristische Person, die in ihrem Bestand vom Wechsel ihrer Mitglieder (Art. 1) unabhängig ist und in eigenem Namen Rechte erwerben, Verpflichtungen eingehen und vor Gericht klagen oder verklagt werden kann.

 

(2)  Ohne dass durch die folgende Aufzählung eine Einschränkung der genannten Fähigkeiten bewirkt wird, kann die ELKIN (DELK) zur Erfüllung ihrer Aufgabe

 

(a)bewegliche und unbewegliche Vermögensgegenstände jeder Art kaufen, mieten, pachten, leihen, erwerben und zu eigen haben, sowie dieselben verkaufen, tau­schen, abtreten, belasten oder anderweitig veräu­bern, für ihre eigenen Zwecke als Sicherheit geben, vermieten, verpachten und verleihen;

 

(b)bewegliche und unbewegliche Vermögensgegenstände, die ihr durch Schenkung oder letztwillige Verfügung zugedacht sind, erwerben, sowie andere Zuwendungen an Sachgütern und Geld annehmen;

 

(c)alle sonstigen rechtserheblichen Handlungen und Rechtsgeschäfte vornehmen.

 

(3)  Gerichtsstand der ELKIN (DELK) ist Windhoek.

 

(4)  Die Haftung der Mitglieder der ELKIN (DELK) für Verbind­lichkeiten der ELKIN (DELK) ist auf die Erfüllung nicht geleisteter Beitrags‑ oder Umlagezahlungen und auf die Erfüllung anderer der ELKIN (DELK) gegenüber eingegangener Verpflichtungen beschränkt.

 

(5)  Die ELKIN (DELK) soll von ihrer Fähigkeit, Rechte zu erwerben und Verpflichtungen einzugehen, nur in dem Mabe Gebrauch machen, als sie dadurch der Erfüllung ihrer Aufgabe dient.

 

Art. 58  (1)  Die Kirchenleitung ernennt aus ihrer Mitte eine oder mehrere Personen (gesetzliche Vertreter, Treuhänder), die alle Dokumente und Urkunden zeichnen sowie alle Rechtshandlungen im Sinne des Artikels 57 vornehmen.  In der Regel sind der Bischof oder dessen Stellvertreter zusammen mit dem Schatz­meister oder dessen Stellvertreter für den Zeitraum ihres Amtstermins zeichnungsberechtigt.  Die Kirchenleitung kann in Sonderfällen auch einer oder mehreren Personen, die nicht der Kirchenleitung angehören, Vollmacht zur Durchführung irgend­welcher Rechtshandlungen erteilen.

 

(2)  Unbewegliches Eigentum wird eingetragen auf:  "Die jewei­ligen Treuhänder für die Evangelisch‑Lutherische Kirche in Namibia (DELK) (ELKIN (DELK))", ("the Trustees for the time being for the ..." oder "die Trustees vir tyd en wyl vir ...").  Verfügungen irgendwelcher Art über solches unbeweg­liche Eigentum sind rechtskräftig, wenn dieselben durch die jeweiligen Treuhänder unterzeichnet sind.  Der Nachweis der Ernennung der Treuhänder wird jeweils durch eine von einem Mit­glied der Kirchen­leitung, welches nicht Treuhänder ist, namens der Kirchenleitung unterzeichnete Bescheinigung erbracht.

 

(3)  Mündliche Erklärungen vor Gericht, Behörden oder in sonstigen Angelegenheiten sind nur dann rechtsverbindlich, wenn sie durch den Bischof und ein weiteres Mitglied der Kirchenleitung unter vorheriger Billigung durch die Kirchen­leitung abgegeben werden.

 

 

              Achter Abschnitt

 

                  DIE FINANZVERWALTUNG

 

Art. 59  (1)  Die Einkünfte der ELKIN (DELK) bestehen aus Beiträgen der Mitglieder, aus gesamtkirchlichen Kollekten und anderen Zuwen­dungen.

 

(2)  Der Umlageschlüssel für die Beitragsleistung wird von der Synode als Anlage zum Haushaltsplan festgesetzt.

 

Art. 60  (1)  Alle Einnahmen und Ausgaben der ELKIN (DELK) müssen für je­weils zwei Jahre veranschlagt und in den Haushaltsplan einge­setzt werden.  Der Haushaltsplan wird von der Kirchenleitung aufgestellt.

 

(2)  Der Haushaltsplan wird für jeweils zwei Jahre von der Synode durch Kirchengesetz festgestellt.

 

(3)  Die Kirchenleitung kann zur Linderung der finanziellen Not einer Gemeinde einen Finanzausgleichsplan aufstellen und zu diesem Zweck bei der sachgemäben Haushalts‑ und Wirtschafts­führung der betroffenen Gemeinde behilflich sein.  Der Finanz­ausgleichsplan ist in den Haushaltsplan der Kirche einzu­setzen.

 

Art. 61  (1)  Die Finanzverwaltung der ELKIN (DELK) ist Aufgabe der Kirchenleitung und wird in dieser von dem Schatzmeister wahrgenommen.

 

(2)  Die Rechnung ist jährlich abzuschlieben.  Die Rechnungs­legung ist von einem staatlich zugelassenen Rechnungsprüfer zu prüfen.  Das Rechnungsjahr ist das Kalenderjahr.

 

(3)  Die Kirchenleitung legt der Synode einen Rechenschafts­bericht über die gesamte Finanzverwaltung für die abgelaufene Haushaltsperiode vor.

 

 

            Neunter Abschnitt

 

   AUFLÖSUNG

 

Art. 62  (1)  Die Auflösung der ELKIN (DELK) kann nur durch eine zu diesem Zweck einberufene Tagung der Synode beschlossen werden.  Der Beschluss ist nur wirksam, wenn mindestens zwei Drittel der gesetzlichen Zahl ihrer Mitglieder anwesend sind und von diesen zwei Drittel ihre Stimme für die Auflösung abgeben.

 

(2)  Ist die Auflösung der ELKIN (DELK) beschlossen, so hat die Synode Bestimmungen bezüglich der Liquidation des Vermögens der ELKIN (DELK) zu erlassen und einen Ausschuss zur Durch­führung der Liquidation einzusetzen.  Dieser vollzieht die Liquidation nach den genannten Bestimmungen, ergänzt durch die einschlägigen Vorschriften des staatlichen Rechts.

 

 

            Zehnter Abschnitt

 

ÜBERLEITUNGS UND SCHLUSSBESTIMMUNGEN

 

Art. 63  (1)  Diese Verfassung tritt am 1. Januar 1971 in Kraft.

 

(2)  Die Verfassung der ELKIN (DELK) vom 30. Mai 1960 und die dazu ergangenen Änderungen werden mit dem gleichen Tage aufgehoben.

 

(3)  Im übrigen bleibt das bestehende kirchliche Recht in Geltung, soweit es der neuen Verfassung nicht widerspricht.

 

Art. 64  Die Rechtsverhältnisse der von der evangelischen Kirche in Deutschland entsandten Pfarrer bestimmen sich, soweit in dieser Verfassung nichts anderes vorgesehen ist, nach den Vorschriften des Kirchengesetzes der EKD über das Verhältnis der evangelischen Kirche in Deutschland und ihrer Gliedkirchen zu evangelischen Kirchengemeinschaften und Gemeinden, Pfarrern und Gemeindegliedern deutscher Herkunft auberhalb Deutschlands vom 18. März 1954 (AB1.EKD 1954 Nr. 82), sowie nach der vertraglichen Regelung zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der ELKIN (DELK).

 

Art. 65  Die Wahl der Pfarrer bestimmt sich bis zum Erlass einer Pfarrer­wahl­verordnung nach den einschlägigen Vorschriften der Gemeindesatzungen.

 

Art. 66  (1)  Die Synode wird nach den Vorschriften dieser Verfassung bis zum 31. März 1972 neu gebildet.

 

(2)  Der Bischof, die Mitglieder der Kirchenleitung und der Ausschüsse der Synode bleiben bis zum Ablauf ihrer Amts­zeit im Amt.

 

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